Orientalische Barockarien

Der “Orient” hatte für Europa immer schon etwas Faszinierendes, Schillerndes, gar Verführerisches.
Nicht erst in der heutigen Zeit, in der die orientalischen Einflüsse den Markt sozusagen überfluten, sondern bereits im 17. Und 18. Jahrhundert war der Orientalismus sehr verbreitet. Die Komponisten dieser Zeit, d.h. vielmehr wohl die Librettisten, waren äusserst fasziniert vom Orient. So sind also jenste Werke entstanden, die von ägyptischen Königen, Persischen Königinnen, Entführungen in die Türkei oder zu befreienden Sklaven handeln.
Interessanterweise sind viele barocke Instrumente den traditionellen orientalischen Instrumenten sehr ähnlich und offensichtlich denselben Ursprungs. So ist zum Beispiel der Oud – durch die Mauren in Andalusien nach Europa gelangt – Vorgänger der europäischen Laute. Selbst Spieltechniken des Frühbarocks finden zum Teil ihren Ursprung im Orient.
Im Projekt „Oper im Orient“ findet eine Begegnung zwischen Barockmusik und orientalischer Musik statt. Opernarien des 17. Und 18. Jh. werden mit einerseits klassischen Musikern (Sängerin, Barockgitarre und Continuo) und orientalischen Musikern (Perkussion und Oud) aufgeführt. Dabei wird zwar von der ursprünglichen Komposition ausgegangen, wie in der arabischen Tradition aber üblich, wird in und zwischen den Stücken improvisiert.  Ost und West begegnen sich und verbinden sich zu einer neuen Einheit.

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